Endlich Wirklichkeit: Berliner Berg Berliner Weisse

Endlich Wirklichkeit: Berliner Berg Berliner Weisse

Hurra, endlich ist sie da! Lang erwartet und zuweilen angezweifelt, ob es überhaupt noch etwas werden würde, gibt es sie nun tatsächlich in der Flasche – die Berliner Weisse von Berliner Berg aus Neukölln. Wir haben die Sauerbier-Spezialität getestet und sind vom Ergebnis überzeugt.

Wenn ein Projekt ein BER im Namen steht, kann es schon mal etwas länger dauern. Neben Flughäfen bleibt auch das Brauwesen von diesem Fakt nicht verschont. Als das engagierte Team von Berliner Berg im Herbst 2015 antrat, den Traum der eigenen Brauerei mit Hilfe von Crowdfunding zu erreichen, war das Errichten einer Brauanlage speziell für die Wiederbelebung der Berliner Weisse eines der wesentlichen Ziele.

Diverse Widrigkeiten verzögerten das Herzensprojekt, und so durften die Gäste des Bergschloss-Taprooms und Kunden der Berliner Biershops zwar allerlei Biere des Berliner Berg-Labels erwerben und verkosten, alleine kamen sie doch aus Braukesseln außerhalb Berlins. Die geplante eigene Brauerei in Neukölln litt an Auflagen, historischen und beengten Räumlichkeiten und allerlei Zwistigkeiten und Kniffeligkeiten vielerlei Art.

Berliner Berg: Startschuss in Neukölln

In der Zwischenzeit wechselte zwar das Braupersonal, die Leidenschaft für Berliner Weisse hingegen blieb. Der neue Braumeister Torsten Vullriede teilt die Faszination für die traditionelle Berliner Sauerbier-Spezialität und machte das beste aus der Überbrückungszeit. Er forschte zu verschiedenen Hefestämmen für Sauerbier und Berliner Weisse und legte die Weichen für den Startschuss der Kellerbrauerei von Neukölln, der nun erfolgte.

Begeistert berichtet der Brauer von den Experimenten, die das Team derzeit durchführt. Verschiedene Hefestämme, Kombinationen mit Früchten und Reifung in unterschiedlichen Fasstypen – sein Enthusiasmus wirkt unmittelbar ansteckend und im Berliner Schloss Taproom können aktuell fünf verschiedene Sauerbiervarianten probiert werden. Darunter eine Kaffee-Weisse, ein Sour Red Ale und eine Gose.

Besonders glücklich strahlt das Team über die endlich für den Handel verfügbare Flaschenvariante ihrer Berliner Weisse. Diese hat 3,0% Vol., eine appetitlich goldene Färbung und einen frischen Zitrusduft. Die Säure ist mild ausgeprägt, was das Bier sehr süffig macht, aber auch einige typische und herausfordernde Aromen der Berliner Weisse, wie Pferdestall und Streuobstwiese, etwas in den Hintergrund rückt. Dafür kommt eine dezente Malznote zum Vorschein.

Berliner Weisse bitte pur genießen

Das Brauteam von Berliner Berg empfiehlt: „Das obergärige Bier ist dank einer komplexen Vergärung mit wilden Hefen und Milchsäurebakterien ein erfrischendes, leicht säuerliches Getränk, das sich als Durstlöscher oder auch als genüsslicher Umtrunk jeglicher Art erweist. Entgegen der gängigen Art, dieses tolle Bier mit süßem Sirup in Grün oder Rot zu verunglimpfen, ist die Berliner Berg Berliner Weisse pur ein wahrer Hochgenuss.“

Ein großartiges Sommergetränk jedenfalls. Einige Monate müssen wir uns noch gedulden, dann wird auch die Jahrgangsweisse freigegeben, die in der 0,75l-Champangerflasche abgefüllt ist und 12 Monate im Brauereikeller nachreift.

Berliner Weisse – wie herrlich, dass eine wachsende Zahl von Brauern die Tradition so geschmackvoll wiederbelebt.

 

Berliner Berg Brauerei & Bergschloss

Kopfstraße 59

D-12053 Berlin-Neukölln

berlinerberg.com

 

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Photo Credit: Berliner Berg

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