Neue Biere, neue Städte: Quartiermeister*in startet Crowdfunding-Aktion

Neue Biere, neue Städte: Quartiermeister*in startet Crowdfunding-Aktion

Bier trinken für den Kiez: Bisher findet man die Quartiermeister*in Biere in den Regionen um Berlin, Dresden, Leipzig und München. Jetzt wollen die Mädels und Jungs expandieren, neue Bierstile produzieren und auch den Norden und Westen des Landes von ihrem Social-Business-Konzept begeistern. Dafür braucht’s Geld. Die Crowdfunding-Kampagne ist gerade gestartet.

Peter Eckert (32) und David Griedelbach (31) sind vielleicht Visionäre, aber weltfremd sind sie mit Sicherheit nicht. Die Bier-Liebhaber sind Geschäftsführer von Quartiermeister, machen knallhartes Business, aber auf die soziale Tour. 2012 ging das Bier-Label mit der Idee einer nachhaltigen und gerechten Ökonomie an den Markt.

Ihr Geschäftsmodell ist bestechend simpel und doch ein wenig revolutionär: Von jedem verkauften Liter Quartiermeister-Bier fließen 10 Cent in soziale Projekte in der Umgebung. Kurz: Du trinkst Bier und engagierst dich so für deinen Kiez. Schicke Sache, die zudem funktioniert.

Crowdfunding

Quartiermeister: 35.000 Euro für die Nachbarschaft

2017 wurden laut Quartiermeister rund 3.500 hl Bier verkauft, das sind 35.000 Euro, die direkt in relevante Aktionen, Kampagnen oder in die Arbeit von Vereinen in der Nachbarschaft flossen. Das kann sich sehen lassen, vor allem wenn man bedenkt, dass das Unternehmen immerhin neun Leute beschäftigt, deren Gehälter durch den Bierverkauf finanziert werden. Wir reden also von einer Geschäftsidee mit Hand und Fuß, mit einem gesunden Fundament.

Vor allem aber reden wir von einer Geschichte, die Potential hat. Das finden auch die Quartiermeisterinnen und -meister. Am Sonntag, dem 1. Juli, starteten sie ihre aktuelle Crowdfunding-Kampagne mit dem schönen Titel Am Pils der Zeit.

Quatiermeister

Mit Alkoholfreiem gen Nord und West

Gelauncht wird die Kampagne auf dem Portal Startnext. Den gesamten Juli haben Quartiermeister-Freunde und solche, die es werden wollen, die Möglichkeit, die Bierproduzenten mit einer selbstgewählten Spendensumme zu unterstützen. Zwei Crowdfunding-Ziele haben die Berliner Hopfenkreateure angegeben: im ersten Schritt 50.000 Euro, ideal wäre aber eine Summe von 150.000 Euro.

Die Mindestsumme ermöglicht die Entwicklung und Produktion neuer Bierstile, um die Markenpräsenz und den Absatz an den Standorten voranzutreiben. „Mit den 50.000 Euro können wir Quartiermeister alkoholfrei entwickeln und auch in weiteren Städten der bestehenden Regionen Ost & Süd an den Start gehen“, sagt Quartiermeisterin Meike Hornbostel.

Von dem neuen alkoholfreien Pils verspricht sich das Team viel. Das Angebot an handgemachten Bieren in diesem Segment ist noch übersichtlich. Zusätzlich soll ein naturtrübes Radler in die Produktpalette aufgenommen werden. Im Team, vor allem unter den Brauingenieuren, sei diese Entscheidung umstritten. Biermischgetränke sorgten nicht bei allen für Begeisterungsstürme. Dennoch, so Meike, glaube man, dass auch dieses Produkt das Label für den durchschnittlichen Konsumenten noch attraktiver mache. Und das sei gut für die Mission.

Crowdfunding

Quartiermeister Crowdfunding für ein Bier für alle

Genau darum geht’s bei Quartiermeister: Um die Mission, nicht um elitären Bierdünkel. Künstlerische Hopfenexperimente sind nicht das Ziel. Quartiermeister arbeitet an der Basis und will ein handfestes Bier für alle sein. Oder besser: Muss ein Bier für alle sein, damit die Idee, ein gemeinwohlstiftendes Element zu sein, greift. Je mehr Bier fließt, desto besser für den Kiez. Oder die Kieze. Denn neben den Bierstilen möchten die Berliner auch ihren Vertrieb ausweiten. „Erreichen wir die Crowdfunding-Summe von 150.000 Euro, können wir zusätzlich in Kooperation mit einer weiteren Brauerei den Westen und Norden Deutschlands erschließen“, erläutert Meike.

Bisher wird in der Brauerei Wittichenau in der Lausitz und in der Brauerei Gut Forsting östlich von München zwischen Ebersberg und Wasserburg gebraut. Für den Verkauf im Norden ist eine zusätzliche Braustätte Voraussetzung: Das Quartiermeister-Regionalprinzip legt fest, dass das Bier ab Produktion nicht weiter als 300 Kilometer  geliefert werden darf.

Bierpakete, Brauseminare oder Floßfahrten

Unterstützer können bis zum 31. Juli das Social Bier-Business mit einer Summe zwischen 5 und 2.500 Euro unterstützen. Dafür gibt es als Belohnung Bierpakete, „Am Pils der Zeit“-Jutebeutel oder Brauseminare.

Wer bei Crowdfunding-Kampagne tiefer in die Tasche greift, wird mit einer personalisierten Quartiermeister-Bier-Sonderedition oder einer Floßfahrt auf der Spree belohnt. Rund 25 Goodies haben die Bier-Macher im Angebot. „Während konventionelle Unternehmen ihr soziales Engagement vorwiegend als Werbemaßnahme nutzen, ist unsere Projektförderung Ziel und Zweck unseres Wirtschaftens“, bringt Peter Eckert das Unterfangen auf den Punkt. „Andere würden sich an diesem Punkt einen Investor ins Boot holen. Wir wollen unabhängig bleiben.“ Leicht machen sich’s die Quartiermeisterinnen- und Meister nicht. Aber sie sind konsequent. Jetzt hat es die Crowd in der Hand, ob ihre Vision Erfolg hat.

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Photo Credit: Lisa Wiedemuth und Meike HBL

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