Zu Besuch in der Windsor & Eton Brewery

Zu Besuch in der Windsor & Eton Brewery

Die Biere der Windsor & Eton Brewery finden sich auf den Karten einiger der bekanntesten britischen Restaurants. Vor dem Hintergrund der kürzlich erfolgten royalen Hochzeit, hat Peter Eichhorn das Portfolio der Brauerei neben Windsor Knot Pale Ale und White Riot White Pale Ale in Augenschein genommen.

In diesen Tagen hat die Welt gespannt nach Windsor geguckt, jenem 30 Kilometer westlich von London gelegenen Städtchen. Zumindest haben jene dorthin geblickt, bei denen royaler Pomp und der märchenhafte Hauch von Aschenputtel und ihrem Prinzen die Herzen höher schlagen lassen. Den Rest des Jahres sind es gerne kulinarisch erlebnisfreudige Entdecker, die auf die Region rings um Maidenhead, Windsor und Bray schauen.

Heimat der Windsor & Eton Brewery

Mit „The Fat Duck“ von Heston Blumenthal und dem „Waterside Inn“ von Alain Roux locken zwei renommierte Gourmettempel, die vom Guide Michelin alljährlich konstant mit jeweils drei Sternen ausgezeichnet werden. Weitere herrliche Adressen servieren ebenfalls köstliche Teller auf höchstem Niveau, wie Hinds Head, The Oxford Blue oder Malik’s mit vorzüglicher indischer Küche.

Fast alle anspruchsvollen Gasthäuser schenken die Biere der sympathischen, ortsansässigen Brauerei aus, der Windsor & Eton Brewery. 2010 schlossen sich vier bierbegeisterte Kumpane zusammen und beschlossen, dass Windsor und Eton neben dem Schloss, den Pferderennen und der berühmten Schule um eine Biermarke bereichert werden solle.

Damals verharrte auch im Vereinigten Königreich die Kreativbier-Bewegung noch in ihren Anfängen, die Brauerei zählte zu den Gründungsmitgliedern der London Brewers Alliance. Damals zählte die englische Hauptstadtregion gerade einmal elf Brauereien. Heute sind es knapp 100.

Die Ritter des Zapfhahns

Nur einen Steinwurf vom Schloss und der Altstadt von Windsor entfernt, liegt die Windsor & Eton Brewery in einem sachlichen Gewerbegebiet neben einem Park. Oft steht ein Foodtruck vor dem Eingang zu Brauerei und Taproom, um den sich die Gäste scharen, wenn sie hungrig sind oder wenn der kleine Schankraum wieder einmal aus allen Nähten platzt.

Am Tresen erwartet Paul, ein Stammgast der Braustätte, gespannt darauf, für welche Biere sich der Besuch aus Deutschland entscheiden wird und erklärt, man dürfe den Saal nicht eher verlassen, als dass man

mindestens das Guardsman Bitter und das Kohinoor India Pale Ale verkostet hätte. Stolz verweist Paul darauf, dass er zu den Mitgliedern des Knightsclub zählt.

Das ist eine Mitgliedervereinigung der Brauerei, die für einen Jahresbeitrag eine unterhaltsame Bandbreite von Veranstaltungen, Mitgliederabenden, Rabatten, Freibier und weiteren Goodies erhält. Es sind etliche Mitglieder zugegen. Man kennt sich, der Umgang wirkt sympathisch vertraut.

Windsor & Eton Brewery ist eine spannende Brauerei

Gerade wurde auf 15 Zapfhähne aufgestockt und die Auswahl ist tatsächlich sehr abwechslungsreich. Herrlich das White Riot White Pale Ale, das mit Mosaic gehopft und mit Zitronenzesten eingebraut wurde. Eine Art britischer Interpretation eines belgischen Witbieres. Oder das Red Rye Roggenbier, gehopft mit Green Bullet und vier IPA Variationen.

Für die geschätzten 100.000 Besucher, die anlässlich der Hochzeit von Harry und Meghan in der Stadt weilten, hat man das Windsor Knot Pale Ale eingebraut. Der Name verweist doppeldeutig auf den berühmten Krawattenknoten und zugleich die englische Redensart von „tie the knot“, die eine Eheschließung mit einem Knotenvergleich besiegelt.

Zwischen Ale und Altar

Bereits zur Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton hatte die Brauerei ein gleichnamiges Ale am Hahn. „Nach einer anderen Rezeptur“, wie Will Calvert erklärt, einer der vier Brauer der Windsor & Eton Brewery, „um das Brautpaar zu repräsentieren“. Somit enthält das mild-fruchtige Pale Ale Getreide, das von den königlichen Farmen stammt und dazu US-Hopfen von der West-Coast. Eben der englische Prinz und die kalifornische Schauspielerin.

Die Brauer kochten einige Extra-Sude ein, denn die Nachfrage war bereits bei der ersten Hochzeitsbier-Auflage immens. Ob als Souvenirflasche oder als feierlicher Schluck, der Erfolg des Bieres dürfte garantiert sein.

Überhaupt hat die britische Bierwirtschaft von der Hochzeit wohl kräftig profitiert. Aus Anlass der royalen Eheschließung durften die Pubs im ganzen Land zwei Stunden länger geöffnet bleiben als üblich. Zusammen mit den zahlreichen Public Viewing-Veranstaltungen zur Hochzeit, erwarteten Analysten eine damit verbundene Steigerung des Bierumsatzes von opulenten 11 Millionen Euro.

Reger Betrieb in der Brauerei

Auch außerhalb königlicher Hochzeiten herrscht in Brauerei und Schankraum ein lebhafter Betrieb. Verschiedene Brauereitouren und Bierseminare sind regelmäßig im Angebot und bieten für Kreativbier-Neulinge einen fröhlichen Einstieg, bieten aber auch anspruchsvolle Fortbildungen für fortgeschrittene Bierenthusiasten.

Unser Freund Paul hat die Programme bereits alle absolviert und verweist kenntnisreich auf die Glaswand, die den Blick in die Brauerei ermöglicht. Der Anblick ist sauber und ordentlich – hier wird akkurat gearbeitet. Zugleich ist er vielversprechend, denn man sieht auch die diversen Holzfässer, in denen Sude reifen und neue Varianten erprobt werden.

Auch ohne Hochzeit gibt es zahlreiche Anlässe, nach Windsor zu kommen. Ein fröhlicher Stopp in der Windsor & Eton Brewery sollte für jeden Bierliebhaber unbedingt dazugehören. Vermutlich steht dann Paul wieder am Tresen – bitte Grüße bestellen!

Windsor & Eton Brewery

1 Vansittart Estate

Windsor SL4 1SE, Großbritannien

https://webrew.co.uk/

 

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Photo Credit: Windsor & Eton

 

 

 

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