Frisch aus der Flasche: Firestone Easy Jack IPA

Frisch aus der Flasche: Firestone Easy Jack IPA

IPA-Puristen mögen das Firestone Walker Easy Jack IPA verschmähen. Unser Tester Peter Eichhorn hat sich allerdings lustvoll durch dieses sogenannte Session IPA getrunken, das Sie durchaus durch einen geselligen Abend begleiten kann. 

Viele Bierfans lehnen Session Biere ab. Sie verschmähen die „Light“-Variante und fordern auf, den echten Bierstil zu wählen und diesen nicht derart zu verfälschen. Dann lieber einen anderen Stil trinken. Andere wiederum befinden die Kategorie für sehr nützlich, insbesondere beim India Pale Ale. Man wünscht sich womöglich die ausdrucksstarke Charakteristik mit viel Hopfen und Bittere, aber nicht die Alkoholstärke von um die 7% Vol. Alc.

Ein Session IPA liegt meist um die 4% Vol. Alc. und verfügt dennoch über einen kraftvollen Hopfencharakter und eine nachdrückliche Bittere. Ein Pale Ale wäre im Vergleich dazu etwas malziger und weniger aggressiv in der Hopfenbittere.

Einen Höhepunkt in der Auseinandersetzung um die umstrittene Begrifflichkeit, erlebte die Bierszene in USA, als erste Session Double IPAs auf den Markt kamen, wie das Wishbone der Shmaltz Brewing Company im Bundesstaat New York mit 8% Vol. Alc. Die Brauerei erklärt den sonderbaren Stil mit: „…a lil bigger than our regulars but still a bit smaller than huge.“

Aber wenden wir uns von der Ost- in Richtung Westküste der Vereinigten Staaten. In Kalifornien legten 1996 Adam Firestone und David Walker den Grundstein für das, was heute die viertgrößte Craft-Brauerei Kaliforniens und die 16tgrößte der USA ist. Die Firestone Walker Brewing Company beschäftigt über 400 Mitarbeiter und erzeugt einen jährlichen Bierausstoß von mehr als 300.000 Hektolitern. Seit 2015 ist die belgische Duvel Moortgat Gruppe unternehmerisch an Firestone Walker beteiligt.

Die Biervielfalt der Brauerei mit dem Löwen und dem Bären im Logo ist beeindruckend und umfangreich. Das Pale 31 Pale Ale avancierte zum Klassiker der US-Pale Ales und insbesondere die ausgefeilten Fassreifungsprogramme erwecken immer wieder Aufsehen. In Deutschland sind einige der wichtigsten Biere der Marke über Braufactum erhältlich.

Hopfenfüllhorn Firestone Walker Easy Jack IPA

Neben beliebten Pale Ales und IPAs zählt auch ein Session IPA zum Programm der Kalifornier, auch wenn der Beggriff „Session“ nicht auf der Flasche verzeichnet ist. Das Easy Jack ist als India Pale Ale deklariert.

Die Zutatenliste des Firestone Walker Easy Jack IPAist sehr umfangreich und auch ungewöhnlich. Allein die Malzmischung fasziniert durch die Kombination von Gerstenmalz, Weizenmalz und Hafer. Die Hopfenauswahl prägten die Reisen von Braumeister in die Hopfengebiete von Deutschland, Neuseeland und den USA. Stets brachte er die neuesten Hopfenkreationen mit und so verbraute er Mandarina Bavaria, Hüll Melon, einen Blend aus Neuseeland und American Mosaic. Dazu dann noch die Klassiker Magnum, Amarillo, Simcoe und Citra.

Herausgekommen ist ein India Pale Ale mit herrlicher Komplexität und geschmeidigen 4,5 % Vol. Alc. bei einer Bittere von 45 IBU. Das Firestone Walker Easy Jack IPA zeigt farblich ein sattes Gold mit dezenter Trübung, gekrönt von einem stabilen, appetitlichen Schaum. Es verströmt einen frischen Duft nach Hopfen und Grapefruit. Der Antrunk ist bemerkenswert herb und könnte auch Pilstrinkern gefallen. Es entfaltet sich eine anregende Kohlensäure. Die Fruchtnoten sind gut eingebunden und am Gaumen angenehm zurückhaltend. Im langen, trockenen Abgang kommt die Frische von Zitrusfrüchten, Melone und Aprikose wieder deutlich hinzu. Die Bittere ist nicht zu opulent. Ein herrlich balanciertes und abwechslungsreiches Bier. SO macht Session Laune!

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Photo Credit: Tim Klöcker für Bier, Bars & Brauer

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