Ein Klassiker im neuen Kleid: Kreativbrauerei Kehrwieder Prototyp

Ein Klassiker im neuen Kleid: Kreativbrauerei Kehrwieder Prototyp

Der Kehrwieder Prototyp gehört trotz seines jungen Alters bereits zu Standards der deutschen Kreativszene. Anlässlich eines kürzlich eingeführten überarbeiteten Auftritts nahm Peter Eichhorn das Bier erneut unter die Lupe. Und er ist nach wie vor begeistert. 

Das auf den sperrigen, aber einprägsamen Namen Kehrwieder Prototyp hörende Bier zählt zu den absoluten Klassikern der deutschen Kreativbrau-Historie. Während zahlreiche Neulinge der Mikrobrauerszene noch mit unausgewogenen Pal Ale Suden herumstümperten und versuchten, diese mit reichlich Kalthopfung zu retten, präsentierte Oliver Wesseloh bereits ein anspruchsvolles und zugleich innovatives untergäriges Kreativbier. Es war das allererste Bier von Kehrwieder und entstand im Reaker Molle Bryghus in Dänemark. Die Kreativbrauerei Kehrwieder war damals noch eine Wanderbrauerei und Wesseloh braute gemeinsam mit Friedrich ‚Fiete‘ Matthies, der mittlerweile mit seiner „Wildwuchs“ Brauerei eigene Pfade beschreitet.

Man kann sagen: Kehrwieder prägte mit dem Prototyp die deutschsprachige Kreativbier-Landschaft und kann quasi als Innovator des Imperial Pale Lager Stils gelten. „Wir verbinden die Fruchtigkeit eines Pale Ales mit der Leichtigkeit eines Lagers“, erklärt der Biersommelier-Weltmeister von 2013, den die Kreativbiergemeinde insbesondere für seine Single Hop IPA Serie schätzt.

KEHRWIEDER Prototyp GOES PASTELL

Jüngst überarbeitet die Kreativbrauerei Kehrwieder ihr Etikettendesign und kommt nun mit appetitlichen Pastellfarben und einer Art naturalistischer Jugendstilornamentik daher. Sehr gelungen – ein echter Hingucker. Der Inhalt bleibt bewährt. Das IPL mit seinen strammen 5,9 % Vol. Alc. wird mit böhmischem Tennenmalz eingebraut. Dazu kommen die Hopfensorten Perle und Northern Brewer, bevor während der siebenwöchigen Lagerung mit Simcoe und Saazer Hopfen gestopft wird.

Im Glas leuchtet appetitliche Gold, von stabilem Schaum bekrönt. Frischer Hopfenduft mit dezenten Zitrusnoten und Tropenfrüchten rings um Passionsfrucht und Litschi. Frisch und einladend. Im Antrunk kommen die Fruchtnoten rings um Pfirsich und Zitrone noch intensiver zur Geltung. Stramme Kohlensäure. Danach nimmt die Zunge eine spannende Honigsüße wahr. Herber Bitterimpuls im langen Nachhall, der dann wieder fruchtig ausklingt. Ein großartiges Bier – süffig und komplex zugleich.

Wir empfehlen ein hohes, schlankes Glas und eine Trinktemperatur von 7°.

Fazit: Kaufbefehl!

 

 

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