Die Ratsherrn Brauerei hat mit ihrem New Era Pilsener einiges vor

Die Ratsherrn Brauerei hat mit ihrem New Era Pilsener einiges vor

Die Zukunft ist untergärig, zumindest bei der Ratsherrn Brauerei. Vier neuen Pilsener Biere präsentierten die Hamburger und gaben den Startschuss für die New Era Pilsener in den Schanzenhöfen. Wir haben das vielversprechende Quartett sowie die Pläne der Kreativbier-Pioniere unter die Lupe genommen.

„Es ist Zeit, sich zu fokussieren. Sich darauf zu besinnen, woher wir kommen und was wir können“, sagte Ratsherrn Braumeister Philip Bollhorn in einem Interview zum Start der New Era Pilsener. Und das sei nun mal das Pils.

Im Jahr 2012 ging die Brauerei mit ihrem Ratsherrn Pils in den Markt, bis heute zählt es zu den erfolgreichsten Produkten der Hamburger Kreativbier-Pioniere. Und die zur Nordmann-Gruppe gehörende Firma ist laut aktuellem Bieratlas der Marktforschungsagentur Splendid Research in Sachen Markenbekanntheit unter den Genießern besonderer Biere Anführer.

New Era Pilsener: Begeisterung oder Abschreckung?

Das Pils hat es also in sich. Grund genug, jetzt eine Weichenstellung im Unternehmen vorzunehmen: In den Schanzenhöfen braut man jetzt zu großen Teilen untergärig.

Dieser Entschluss ist ein nicht unwichtiger. Geschäftsführer Oliver Nordmann und sein Team positionieren sich auf dem immer noch recht zart wachsenden Kreativbiermarkt mit dem Bekenntnis zum handwerklich gebrauten deutschen Bierstil Nummer Eins, sicherlich in der Hoffnung, erfahrene Bier-Genießer für die neuen Pilsener zu begeistern und gleichzeitig neue Zielgruppen außerhalb der Szene zu erschließen.

Eine nicht ungeschickte Strategie, auch wenn es fraglich ist, ob ein komplexes Pils den durchschnittlichen Biertrinker nicht eher verschreckt. Und damit der Plan, neue Zielgruppen zu erreichen, wirklich funktioniert.

Pils Beer Day?

Denn tatsächlich kommt das eine oder andere Hopfengetränk der neuen Ratsherrn New Era Pilsener Range durchaus ungewöhnlich daher. Hier gilt es, zu kommunizieren und über die Pils-Vielfalt aufzuklären. Denn obwohl das Pils zu den beliebtesten Bierstilen in Deutschland zählt, wird es doch oft vernachlässigt, lieblos behandelt und gebraut. Brauereieigentümer Oliver Nordmann hat da eine Vision, er spricht von einem Pils Beer Day, der analog zu den mehr als gut besuchten Craft Beer Days in den Schanzenhöfen Pilsliebhaber an die Hähne locken soll.

Denn, ganz klar, Kommunikation ist ein Slot zum Herzen des Konsumenten. Wer im Biersegment neue Kunden erreichen will, muss bereit sein, die Story hinter den Getränken zu erzählen. Aufzuklären. Neugierig zu machen auf eine undogmatische Art. Das Ganze soll auch im Ausland funktionieren, denn Ratsherrn wird die neuen Pilsener auch exportieren. Dass die Brauerei zum Start der New Era Pilsener an ihrem Logo schraubt und das Design der Bierlabel darauf abstimmt, ist nur konsequent.

Vollere Frisur, weniger Falten und natürlich mit Halskrause

Neue Biere, neues (altes) Logo: Der Ratsherr, einst zentrales Logo-Element, meldet sich zurück und flankiert die bekannte Wortmarke Ratsherrn. Dafür wurde der ältere Herr einem kleinen Makeover unterzogen. Vollere Frisur, weniger Falten und natürlich mit Halskrause!

Genau diese Halskrause ist ein Design-Element auf den neuen Bieretiketten und verbindet traditionelle Elemente des Ratsherrn-Logos mit verspielten modernen Motiven. Die Vergangenheit wird neu interpretiert. So wie der Bierstil selber. Und das sind die Biere.

New Era Pilsener: Das Session

Gerade mal 3 % vol hat das Session und ist das leichteste unter den neuen Pilsenern. Schlank, leichte Hopfigkeit und eine zarte Zitrus-Note machen dieses Pils aus. Ideales Sommerbier, das natürlich weniger kantig und wuchtig als seine Artgenossen daher kommt. Hopfen: Citra, Saphir, Ariana.

New Era Pilsener: Dry Hopped

Hier wurde noch mal Hopfen nachgelegt! Saphir, Citra und Simcoe verleihen dem Dry Hopped eine hopfenbetonte, frisch-herbe Note. Durch das Kaltstopfen kann der Hopfen seine Aromen voll entfalten. Das erklärt den verführerisch frischen, beerigen Geruch des Pilseners, der sich im Geschmack leider nicht ganz widerspiegelt.

New Era Pilsener: Imperial

Mächtiges Bier mit 7,5 % vol Umdrehungen, die man tatsächlich beim Antrunk nicht vermutet. Zu Recht nannte Ratsherrn-Marketingleiter Daniel Hertrich das Bier gefährlich. Denn es schmeckt, als könnte man mehr davon vertragen. Das Imperial hat ein fruchtiges Aroma, hat einen satten Malzkörper und die pilstypische herbe Note. Ein Hit auch die Farbe: goldgelb. Hopfen: Tradition, Saphir, Hallertauer Mittelfrüh. Überzeugender Brummer.

New Era Pilsener: Pfeffersack

Definitiv zählt dieses Pils zu den ambitionierten Vertretern der neuen Ratsherrn Pilsener Ära. So ein Pils erlebt man selten. Sein Geruch ruft Bilder von orientalischen Gewürzbasaren hervor, was der Gewürzmischung von 1001 Gewürze aus Hamburg-Barmbek geschuldet ist. Hammer. Der Geschmack ist erstaunlich ausgewogen, frisch mit angenehmer Bitterkeit und der feinen Schärfe des Pfeffers im Abgang. Hopfen: Herkules, Tradition, Select und Saphir.

Fotos: Ratsherrn

One comment

  1. Johannes Weiss
    07. September 2018 reply

    Zudem auch noch in der braunen Flasche und nicht wie das „normale“ Pils in der grünen Version. Top Biere. Vor allem das Dry Hopped fand ich sensationell!

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