Sierra Nevada sucht deutsche Brau-Partner

Sierra Nevada sucht deutsche Brau-Partner

Die Brauerei Sierra Nevada sucht deutsche Partnerbrauereien für Kollaborationssude. Brauereibotschafter Ken Grossmann weilte kürzlich in Deutschland, um sich im Markt umzusehen. 

Deutschland und damit Berlin geraten immer mehr in den Fokus amerikanischer Brauer. Nach der Nachricht, dass Urban Chestnut mit Florian Kuplent auf dem Weg zu einer deutschen Braustätte ist, möchte nun offenbar auch die zweitgrößte amerikanische Craft-Brauerei Sierra Nevada geordnete Importverhältnisse auf dem deutschen Markt schaffen. Bisher kommen die Flaschen mit dem markanten grün-gelben Etikett im Zick-Zack-Kurs über Vertical Drinks via Großbritannien nach Skandinavien, von wo sie AMKA nach Deutschland verschifft.

Aber auch andere Händler wie die One Pint GmbH, deren Team teilweise aus der Firma AMKA hervorging, führen Sierra Nevada. Wie und wo die Ware zwischendurch auf dem europäischen Kontinent gelagert wurde, bevor sie der Konsument in der Hand hält, ist – ohne mit dem Finger auf einen der genannten Händler zeigen zu wollen – derzeit nicht ganz klar, weshalb so mancher amerikanische Craft-Trinkgenuss in abgestandene Enttäuschung umschlagen kann.

Wie wir bei einem gemeinsamen Mittagessen mit Brewery Ambassador Steve Grossman, dem älteren Bruder von Brauerei-Gründer Ken Grossmann, erfahren konnten, möchte Sierra Nevada künftig jährlich ein Kollaborationsbräu mit einem deutschen Brauer machen. Eines jeweils in einer der amerikanischen Braustätten von Sierra Nevada und entsprechend auch einen gemeinsamen Sud in der Braustätte des deutschen Partners. Fragen nach der Eröffnung einer europäischen Dependance wich Steve mit dem Hinweis auf die gerade erst an den Start gebrachte Braustätte in North Carolina aus.

Wie wir erfuhren, war sein erster Besuch in Berlin Teil einer ausgedehnten Tour durch Europa mit weiteren Stationen in Spanien und Italien. In Deutschland traf er sich offenbar neben AMKA auch mit weiteren möglichen Vertriebspartnern. Auf der Braukunst Live! darauf angesprochen, wurde einer der profilierteren deutschen Importeure ganz nervös und bat darum, nicht genannt zu werden. Die Möglichkeit, die zweitgrößte Craft- und gleichzeitig siebtgrößte US-Brauerei Sierra Nevada offiziell ins Portfolio zu bekommen, sorgt offenbar ordentlich für Nervenflattern. Mit dabei beim Termin in Berlin war Sierra Nevadas UK-Partner Steve Holt von Vertical Drinks, Ole Lau Rasmussen von AMKA und Jorn Idar Kvig von AMKAs skandinavischem Bier-Label Beer Enthusiast.  Die Skandinavier, die bisher vor allem eine Menge Wein nach Deutschland verschiffen, machen sich offenbar Hoffnungen, künftig noch stärker am amerikanischen Craft-Kuchen mitnaschen zu können.

Nachtrag 18. März 2015: Die erste Kollaboration mit einem deutschen Brauer ist seit gestern in der Öffentlichkeit. Das Augsburger Brauhaus Riegele kooperiert dieses Jahr mit Sierra Nevada. Einen ausführlicher Bericht findet man auf unserem Schwesterportal Mixology Online.

Dieser Artikel erschien erstmals auf dem Brew Berlin Blog.

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